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Vakuumlöten
Fügetechnik für anspruchsvolle Materialverbindungen
Beim Vakuumlöten fügen wir Ihre Bauteile aus gleich- oder verschiedenartigen Werkstoffen mit einem geeignetem Lot-Zusatzwerkstoff. Durch die Vakuumatmosphäre wird beim Löten kein Flussmittel benötigt und die Bauteiloberflächen bleiben oxidfrei.
Das Verfahren eignet sich insbesondere für Bauteile mit komplexer Geometrie, die Verbindung von Baugruppen mit zahlreichen Fügestellen sowie für Kombinationen aus unterschiedlichen Werkstoffen. Auch große und schwere Bauteile lassen sich fügen.
In unseren Vakuumöfen löten wir unter anderem unlegierten Stahl, Edelstahl, Kupfer und Hartmetall. Die Verbindungen weisen hohe Festig- und Korrosionsbeständigkeiten auf, die Bauteiloberflächen sind nach dem Löten sauber und oxidfrei. Durch eine steuerbare, gleichmäßige Erwärmung der gesamten Baugruppe entstehen spannungsarme Verbindungen mit hoher Maßhaltigkeit in reproduzierbarer Qualität.
Wir begleiten Sie in Ihren Projekten optimalerweise schon in der Konstruktionsphase und weiter über die Musterfertigung bis hin zum Serienteil.
Die passende Lösung
Grundwerkstoffe
Ein großer Vorteil der Löttechnik ist die Möglichkeit, eine Vielzahl von Werkstoffen und Werkstoff-Kombinationen miteinander zu verbinden. Der Überblick zeigt, was oft zum Einsatz kommt. Sonderwerkstoffe werden durch uns auf Lötbarkeit geprüft.
Edelstähle
1.4301
1.4401
1.4571
1.4016
1.4112
Unlegierter Stahl
1.0038 (S235JR)
1.0045 (S355JR)
1.0503 (C45)
1.0308 (C15)
1.0402 (C22)
Kupfer
2.0040 → Cu-OF (CW008A)
2.0046 → Cu-OFE (CW009A)
2.0044 → Cu-HCP (CW021A)
2.0047 → Cu-PHC (CW022A)
Hartmetall
WC-TiC-Co
WC-TaC-Co
WC-NbC-Co
TiC-NiMo
Keramik
Aluminiumoxid (Al₂O₃)
Zirkonoxid (ZrO₂)
Siliciumcarbid (SiC)
Siliciumnitrid (Si₃N₄)
Bornitrid (cBN)
Stähle für den Formenbau
1.2343 → X37CrMoV5-1
1.2344 → X40CrMoV5-1
1.2083 → X40Cr14
1.2367 → X38CrMoV5-3
1.2379 → X153CrMoV12
Auszug herstellerspezifischer Stähle:
Elmax, Tyrax , Stavax, Orvar Supreme, Mirrax (Uddeholm)
K340, K360, M333, M340, W360 (Böhler)
Fastcool 50 (STM)
Lotwerkstoffe
Die Auswahl des Lotwerkstoffes erfolgt abhängig von den Grundwerkstoffen und den geforderten Bauteileigenschaften. Je nach Anwendung setzen wir die Lote als Paste, Pulver, Folie oder Drahtformteil ein. Entdecken Sie unsere gängigsten Lotwerkstoffe im Überblick.
Kupferlote
Lote gemäß DIN EN ISO 17672:
Cu 102 (Cu100 / Tm 1.083°C)
Cu 110 (Cu100 / Tm 1.083°C)
Cu 141 (Cu100(P), P max. 0,075% / Tm 1.083°C)
Nickellote
Lote gemäß DIN EN ISO 17672:
Ni 620 (Ni82CrSiBFe / Tm 970-1.000°C)
Ni 631 (Ni95SiB / Tm 980-1.070°C)
Ni 650 (Ni71CrSi / Tm 1.080-1.135°C)
Ni 700 (Ni89P / Tm 870°C)
Ni 710 (Ni76CrP / Tm 890°C)
Ni 740 (Ni60CrPSi / Tm 980-1.030°C)
Silberlote
Lot gemäß DIN EN ISO 17672:
Ag 272 (Ag72Cu / Tm 780°C)
Lot gemäß ISO 3677:
B-Ag64CuInMnNi (Tm 730 -780°C)
Sonderlote
Dreischichtlot 64/Cu
B-Ag64CuInMnNi (Tm 730 – 780 °C)
Silberlot Ag/Cu/Ag mit einer Cu-Zwischenschicht zur Spannungsreduzierung. Es wird überwiegend zum Löten von Hartmetallen verwendet.
Anlagentechnik
Eine von 5 verfügbaren Anlagen ist bestimmt die Richtige für Ihre Aufgabenstellung.
Unsere Vakuumöfen unterscheiden sich nicht nur in der Größe der nutzbaren Heizkammern. Auch das erreichbare Vakuum unterscheidet die Öfen. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit Ihre Bauteile im Feinvakuum oder Hochvakuum zu löten. Dies ist abhängig von den eingesetzten Grundwerkstoffen und Loten. Sollen Ihre Bauteile nach dem Löten direkt gehärtet werden, ist auch dies kein Problem. Wir haben Öfen, die eine Schnellkühlung mit einem Abschreckdruck von bis zu 5 bar ermöglichen. Dabei kann neben Stickstoff als Kühlgas auch Argon oder Varigon zum Einsatz gebracht werden.
Auch große Bauteile schrecken uns nicht ab.
Unser größter Ofen hat eine Kammergröße von 2.000 mm x 900 mm x 900 mm. Dabei dürfen die Bauteile ein Gewicht von bis zu ca. 1.300 kg mitbringen. Für ganz besonders hoch legierte Bauteile halten wir einen Vakuumofen mit einer Ganzmetallauskleidung (Molybdän) vor. Dieser kann im Hochvakuum u.a. auch Keramiken miteinander verbinden.
Vakuumlöten – Ein optimales Fügeverfahren für anspruchsvolle Verbindungen.
Das Löten im Vakuumofen findet in einer nahezu sauerstofffreien Umgebung statt, wodurch eine zusätzliche Oberflächenoxidation vermieden wird.
Durch optimale Benetzungsvoraussetzungen entstehen langlebige und stabile Lötverbindungen mit mechanischen Eigenschaften nah am Grundwerkstoff.
Aufgrund der eingesetzten Steuerungstechnik werden sehr gleichmäßige und reproduzierbare Ergebnisse erzielt, was die Qualität und Zuverlässigkeit der Bauteile auf ein hohes Niveau steigert. Durch individuell angepasste Temperatur- Zeit-Zyklen lassen sich Lötungen mit einer Werkstoffvergütung kombinieren.
Verschieden große Ofenkammern erlauben Lötungen vom Einzelteil bis zur Serienlosgröße in einer „Ofenreise“. Durch individuell angepasste Temperatur-Zeit-Zyklen lassen sich Lötungen zusätzlich mit einer Werkstoffvergütung verknüpfen.
Neben prozesstechnischen Vorteilen bietet das Vakuumlöten somit auch wirtschaftlich interessante Voraussetzungen für eine effiziente und wettbewerbsfähige Serienfertigung.
Ermöglicht wird dies, neben einer modernen Anlagentechnik, auch durch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, welche Ihre langjährigen Erfahrungen in die Vorbereitung der Bauteile einfließen lassen.
Nur eine solche Kombination führt zu den gewünschten und zugesagten Ergebnissen.
Jahrzehntelange Erfahrung – bestmögliche Lösungen
Wir sind ein serviceorientiertes Unternehmen mit hoher technischer Beratungskompetenz und Erreichbarkeit.
Wir stehen für eine partnerschaftliche und transparente Kommunikation mit unseren Kunden. Durch kurze Reaktionszeiten und einen fundierten technischen Austausch gewährleisten wir eine effiziente und lösungsorientierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Unsere Angebote sind klar strukturiert, inhaltlich präzise und konsequent an Ihrer Aufgabenstellung ausgerichtet.
Für eine qualitativ hochwertige Lötverbindung müssen definierte technische Anforderungen wie Lotspalt, Einstecktiefe und Oberflächenbeschaffenheit eingehalten werden. Die Absicherung dieser Parameter erfolgt bei uns in enger Abstimmung mit Ihnen.
Bereits in der Konstruktionsphase unterstützen wir Sie umfassend bei der Auslegung. So stellen wir sicher, dass alle löttechnischen Voraussetzungen erfüllt und offene Fragestellungen frühzeitig geklärt werden.
Definierte Lötprozesse, reproduzierbare Ofenprogramme sowie klar dokumentierte Arbeitsanweisungen und Fertigungsvorgaben bilden die Grundlage für konstant hochwertige und wiederholbare Lötergebnisse.
Auch nachgelagerte Prozessschritte betrachten wir ganzheitlich. Von Vorrichtungen zum präzisen Vorfügen der Bauteile bis hin zu durchdachten Lösungen für die Dichtheitsprüfung.
Kennzeichnungen, Prozessbescheinigungen sowie fertigungsbegleitende Qualitätskontrollen lassen sich ebenfalls realisieren.
Häufige Fragen zum Vakuumlöten
Wird beim Vakuumlöten Flussmittel eingesetzt?
Nein. Das Löten im Vakuum erfolgt flussmittelfrei. Durch das vorliegende Vakuum und physikalische Prozesse wird die Benetzung der Bauteiloberflächen durch das Lot auch ohne Flussmittel erreicht. Die Bauteile verlassen den Ofen metallisch blank, eine nachgeschaltete Reinigung ist nicht erforderlich.
Welche Materialien lassen sich vakuumlöten?
Grundsätzlich ist eine Vielzahl von Grundwerkstoffkombinationen möglich. Kombinationen aus unlegiertem Stahl, Edelstahl, Kupfer, Hartmetall und technischen Keramiken sind möglich. Aufgrund der teilweise sehr unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften ist eine genaue Betrachtung der gewünschten Kombination im Einzelfall notwendig.
Ausgeschlossen sind Werkstoffe deren Legierungselemente unter Vakuum leicht verdampfen, z.B. Zink und Mangan.
Sind Mischverbindungen wie Hartmetall auf Stahl möglich?
Ja, dies ist eine Besonderheit des Lötens und speziell des Vakuumlötens. Mischverbindungen lassen sich durch die Auswahl eines geeigneten Lotes sicher herstellen. Dabei kommen sehr häufig auch Hartmetall / Stahl Kombinationen zum Einsatz. Diese finden Verwendung in vielen Industriezweigen.